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10.12.18 - Zukunftsstandort Zollverein – Welterbe im Aufbruch

Rundeindicker auf Zollverein

Prof. Dr. Hans-Peter Noll

Clubabend auf dem Welterbe

Woran denken Sie, wenn Sie an ein Welterbe denken? An alte Steine und Geschichten aus der Vergangenheit? Auf der Essener Zeche Zollverein können Sie dieses Bild umfassend erneuern. Denn auf dem Gelände des vor über 30 Jahren stillgelegten Kohlebergwerks werden heute die Rohstoffe der Zukunft gefördert: Ideen, Innovation und Gründergeist.

Seit Mitte des Jahres 2018 ist Prof. Hans-Peter Noll neuer Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein. Er brennt für seine neue Aufgabe – daran ließ er am Abend des 10. Dezember 2018 keinen Zweifel. Im ehemaligen Rundeindicker der Kohlenwäsche auf Zollverein gab es beim Marketing-Club Ruhr unverwechselbaren Industriecharme, gepaart mit Aufbruchstimmung: „Meine Vision: Zollverein soll DAS Vorbild für Strukturwandel und Transformation in Europa werden“, so Noll. Als einziges industrielles Welterbe befinde sich die Zeche Zollverein im stetigen Wandel. Das Prinzip: Sicherung und Erhalt durch Umnutzung.

In den letzten Jahren sei auf Zollverein unheimlich viel geschehen, so Noll. Das Potenzial des Standorts sei riesig: „Zollverein ist ein Ort des Fortschritts: 53 Unternehmen mit insgesamt 1.300 Beschäftigten sind zurzeit hier angesiedelt. Die meisten von ihnen aus der Kreativwirtschaft. Doch natürlich ist und bleibt unsere Zeche auch ein Denkmal. Pro Jahr werden mehr als 150.000 Besucher über das Gelände geführt – Tendenz steigend.“

Auch als wichtiger Veranstaltungsort für die Region sei Zollverein nicht mehr wegzudenken. Bis zu 500 Veranstaltungen fänden jedes Jahr auf dem Gelände statt, berichtete Noll. Dabei reiche die Bandbreite von Großveranstaltungen wie der Extraschicht über jede Menge Ruhrgebietskultur-Events, Kabarettabende, Musikfestivals bis hin zu „hoher Kunst“. Zollverein sei eben ein Ort „für alle“.

Auch das Thema Natur- und Artenschutz dürfe nicht vernachlässigt werden, sagte Hans-Peter Noll. Denn das Zechengelände biete auch diesbezüglich eine Menge Potenzial – 100 Hektar seien nun einmal „verdammt groß“. Sogar eine bis dato unbekannte Brombeerart wurde im Jahr 2017 auf dem Zollverein-Gelände entdeckt. Sie erhielt den passenden Namen „Rubus zollvereiniensis“.

Doch Noll möchte auch ganz praktische und alltägliche Dinge anpacken: „Unsere größten Herausforderungen liegen in der Logistik, in der Mobilität, bei Beschilderung und Beleuchtung. Zum Beispiel fährt die S-Bahn aus Düsseldorf zwar genau an Zollverein vorbei – aber sie hält hier nicht. Nach 20 Uhr fährt der Bus am Wochenende genau einmal in der Stunde. Das darf nicht sein, da müssen wir ran! Visionen sind wichtig, aber wir müssen auch unsere grundlegenden Hausaufgaben machen.“

Strukturwandel beginnt im Kopf. Deshalb ist es Hans-Peter Noll ein besonderes Anliegen, die Jugend für Zollverein zu begeistern: „Sie sind die Kunden und die Meinungsträger von morgen. Ich möchte, dass sie den Stolz auf dieses besondere Stück Heimat in die Welt tragen und voller Überzeugung sagen: ‚Ich bin Welterbe!‘ “ Wie er das erreichen will ist für ihn klar: „Ärmel aufkrempeln und weitermachen. So ist das im Ruhrgebiet nun mal unsere Art.“

 

Text erstellt durch Maria Leipold – Text. PR. Lektorat. (http://maria-leipold.de)