40 Jahre MC Ruhr

Ich werde nie meine erste Clubveranstaltung vergessen …

von Richard Röhrhoff

Die damalige Landeswirtschaftsministerin Thoben sprach in der Messe. Ich war rheinische Clubveranstaltungen gewohnt und kam um 19.01 Uhr. Beim Betreten der Messe war mir schon mulmig zumute und dann war klar: Die haben doch tatsächlich schon angefangen. Ich schlich mich in den Saal und hockte mich in die letzte Reihe. Nach dem Vortrag ging ich zu Helga Krüger und stellte mich vor: „Na, das fängt ja gleich gut an mit Ihnen!“ Ich war echt verunsichert, aber flugs nahm mich Rainer Koch mit zum JuMP-Tisch und lud mich mit den Worten ab: „Ihr habt nen neuen.“ Der Abend endete im Rüttenscheider Brauhaus, ein Jahr später war ich stellvertretender JuMP-Sprecher und wurde nach der Nationalen Junioren-Tagung 2010 mit 34 Jahren Geschäftsführer.

Die zehn Jahre dazwischen sind im Flug vergangen. Der Club hatte damals einen relativ hohen Altersdurchschnitt, wir hatten nur noch 150 Mitglieder, aber, vor allem dank Sonja Frick, einen sehr lebendigen JuMP-Kreis. 2012 machten wir den ersten Tacken, wir benannten uns um, öffneten uns mehr in die Essener Nachbarstädte, schmiedeten Kooperationen und erhöhten nicht nur die Anzahl der Veranstaltungen, sondern pendelten uns bei über 200 Mitgliedern ein. 

In dieser Zeit hat sich der Club entwickelt, aber nicht verwandelt. Wir sind nach wie vor der Treffpunkt unserer Branche. Der Austausch ist wichtig, der Know-how-Transfer über die Veranstaltungen zentral. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die ich über den Club bekommen habe. Viele interessante Vorträge und Gespräche, aber auch tolle und bis heute wertvolle Kontakte, die mich wirklich weitergebracht haben. Der Club ist wie ein Buffet: Nur zuschauen macht nicht satt, sich Einbringen macht Freude und Lust auf mehr. Meiner beruflichen Entwicklung hat das Engagement stets gut getan.

Natürlich muss ich aber auch ein paar Sätze über mein „Baby“ Tacken verlieren. Es war nicht ganz selbstverständlich, dass wir nur fast zehn Jahre konstant viele respektable Preisträger küren konnten. Viele andere Clubs bewundern uns, wie es uns gelingt jedes Jahr in vier Kategorien zu prämieren. Und es ist jedes Mal aufs Neue aufregend zu sehen, welche Leistungen in unserer Region erbracht werden und mit welcher Leidenschaft Unternehmen, Agenturen und Gründer pitchen. 

Mit den Tacken haben wir ein Schaufenster für unsere Branche kreiert, es ist eine Ehre, den Tacken verliehen zu bekommen oder um ihn zu kämpfen. Denn dieser Preis ist wertvoller als alles andere, weil es der Preis in der Heimat ist. Das Mittel gegen den Propheten aus dem anderen Land, der Preis, auf den man in der Kneipe angesprochen wird. Und den man auch öfter gewinnen darf. Und dennoch ist er bodenständig, freundlich und spannend. So wie unser Club. Es geht nicht darum wer Du bist, sondern um was es gerade geht. Ich würde mich total freuen, wenn wir uns dieses unbeschwerte Miteinander erhalten können, so wie bei meinem ersten Clubabend.

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