Unter dem Motto: „Immer dran denken: Alles kommt raus!“ fand am Montag, dem 11. November 2019, der zweite Clubabend aus der neuen Workshop-Reihe „MC Insights“ statt. Thomas Hüser, Kommunikationsexperte und Inhaber der Recito GmbH, gab den Mitgliedern des Marketing Clubs Ruhr exklusive Einblicke ins Thema Krisen-PR.

Top Referent Thomas Hüser im Marketing Club Ruhr
Top Referent Thomas Hüser im Marketing Club Ruhr

Eine Krise kann jeden treffen

Klar: Niemand wünscht sich eine Krise. Doch sie kann jedes Unternehmen treffen: ein falsches Wort, ein fehlerhaftes Produkt, ein Unglücksfall – schon ist sie da. Und es gebe noch einen weitaus bedeutsameren Auslöser, sagte Thomas Hüser: „Die meisten Krisen sind tatsächlich hausgemacht. Einer Studie zufolge entstehen mehr als 50 Prozent aller Unternehmenskrisen durch das Vertuschen von Fehlern.“ Zweithäufigster Krisenauslöser sei laut Hüser ein persönliches Fehlverhalten des Top-Managements.

Ist die Krise einmal da, stehe ein Unternehmen unter besonders scharfer Beobachtung, fuhr Hüser fort: „Alle Stakeholder beobachten Ihr Unternehmen nun mit Argusaugen: Kunden, Wettbewerber, Journalisten, Politiker, Organisationen, benachbarte Firmen, Bürger, Behörden und viele mehr.“ Deshalb sei es umso wichtiger, bereits im Vorfeld klare Strukturen zu schaffen und zielführende Strategien vorzubereiten.

„Erzählen Sie keine Lügen!“

„Handeln Sie schnell und ergreifen Sie die Initiative“, riet Hüser seinem Publikum. Nichts sei schlimmer, als zu schweigen, sich zu verstecken oder eine bereits offenkundige Krise weiter vertuschen zu wollen. Klar formulierte, ehrliche und empathische Aussagen sowie das genaue Festlegen sprechbefugter Mitarbeiter seien dafür unerlässlich. Denn für Hüser steht fest: Krisenkommunikation ist Chefsache. „Der einzige Weg zur Wiederherstellung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit führt über Ehrlichkeit. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass der Chef selbst gut vorbereitet an die Öffentlichkeit tritt. Seien Sie transparent, bleiben Sie nachvollziehbar und vor allem: Erzählen Sie keine Lügen!“

Die wichtigsten Medien in der Krisenkommunikation seien laut Hüser zunächst das Telefon sowie knappe und stets aktuelle Informationen, die online abgerufen werden können. Etwa ein Newsticker oder Tweets. Anschließend gelte es, Pressemitteilungen in Umlauf zu bringen und die wichtigsten Medien und Stakeholder auch im weiteren Krisenverlauf kontinuierlich persönlich zu informieren.

Krisenkommunikation braucht Krisenkultur

Anhand von Praxisbeispielen aus seinem Agentur-Alltag zeigte Thomas Hüser den Workshop-Teilnehmern Wege, um Krisen zu minimieren oder abzuschwächen. Effiziente Krisenkommunikation brauche Krisenkultur, insbesondere eine offene Kommunikationskultur. Wenn Mitarbeiter sich trauen dürfen, Fehler einzugestehen, könnten viele Probleme im Keim erstickt werden.

„Simulieren Sie doch mal die Krise!“, riet Hüser weiterhin. „Viele PR-Agenturen bieten solche Trainings an. Im Rahmen eines Planspiels können Sie sich so gekonnt auf eine Krise vorbereiten und einen elaborierten Krisenplan für den Ernstfall erarbeiten.“

Doch auch die beste Krisenkommunikation könne immer nur ein Teil der Antwort sein, schloss Thomas Hüser: „Auch die anderen Abteilungen müssen ihre Hausaufgaben machen. Fehler müssen erkannt und aufgearbeitet werden. Und vor allen Dingen: Die Krise muss die Ausnahme bleiben!“

Unterstützt durch: smply.gd GmbH

Text erstellt durch Maria Leipold – Text. PR. Lektorat.