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21.07.15 - Hotels mit Roboter-Service

Reisenden erscheint der Zeitgeist in Londons Osten.


Im „Qbic“-Hotel in Shoreditch etwa. Zwischen Loungesesseln steht eine Stellwand in Aluoptik mit integriertem Bildschirm: das Check-in-Terminal. Kaum ist der Nachname eingetippt und die Kreditkarte durchgezogen, spuckt die Maschine meine zimmerkarte aus und wünscht „a lovely stay“. Personal steht zwar bereit, hilft aber nur bei Bedienungsfragen.

So sieht der Anfang der digitalisierten Hotellerie aus. Vor allem Low-Budget- und junge Designhotelketten setzen auf Hightech. Im 2014 eröffneten „Bloc“-Hotel am South Terminal in Gatwick checken Gäste per App ein. Die Zimmertür öffnen sie mit vorgehaltenem Smartphone oder einer Karte, die sie an einem Terminal ziehen. Raumtemperatur, Licht und Fernseher steuern sie mit dem Handy oder Tablet. Wer kein Gerät dabeihat, findet eins auf dem Zimmer. Die Hotelkette „CitizenM“ setzt auf „Mood Pads“. Damit lässt sich der Raum farblich der Stimmung anpassen. Statt Wake-up-Call vom Rezeptionisten gibt’s von Amsterdam bis New York am Morgen Vogelgezwitscher vom iPad.

Das Do-it-yourself-Angebot hat sich längst von Hotels an Flughäfen, wo niemand Urlaub macht, sondern nur ein sauberes Bett haben will, in die Innenstädte verlagert.

Doch ganz anonym soll auch das digitale Hotel nicht werden, wie ein Projekt im Pariser Mutterhaus der Hotelgruppe „Mama Shelter“ zeigt. Hier können Gäste in kleinen Videoclips erzählen, was sie noch so vorhaben – aufnehmen, hochladen und per Knopfdruck mit Freunden teilen, aber auch mit Hotelgästen – die Clips laufen dann in der Lobby und im Frühstücksraum. So sehen Neuankömmlinge gleich, wer noch so da ist.

Die beiden kleinen Roboter auf dem Foto sind übrigens motorbetriebene Salz- und Pfefferstreuer.