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24.04.17 - Sportsponsoring 2.0

digital und international

Jörn Höcker, Lagardère Sports

Clubabend Sportsponsoring 2.0

Referent Jörn Höcker

Clubabend Marketing Club Ruhr

Wollte man früher Fußballfans mit Sponsoring erreichen, gab es nur ein Mittel: die direkte Kommunikation im Stadion. Heute erreicht man die Fans auch abseits vom Spieltag rund um die Uhr. Wie diese Entwicklung das Sportsponsoring verändert hat, erfuhren die Mitglieder des Marketing-Clubs Ruhr von Jörn Höcker, Senior Director Premium Partnerships bei Lagadère Sports Germany GmbH, dem weltweiten Marktführer in Sachen Sportsponsoring.

Höcker stellte im Stadion Essen zwei Themen in den Vordergrund: Digitalisierung und Internationalisierung. „Heute verlässt fast kein Standard-Angebot mehr das E-Mail-Fach, denn jedes einzelne Paket ist passgenau zugeschnitten.“ erklärt Jörn Höcker. Die Schlüsselfragen seien: Wie viel Medialisierung benötigt der Kunde?, Wie kann man Marken und Produkte erlebbar machen? Und: Wie schaffe ich Interaktion mit den Fans?

Die Gesamtreichweite bei Facebook beispielsweise habe sich in den letzten Jahren verzehnfacht: Bayern München habe dort klar die Nase vorn, gefolgt von Borussia Dortmund. Doch auch mit Instagram, Youtube, Twitter & Co. erreichen die Vereine immer mehr Follower, unterstreicht Höcker: „Rechtehalter und ihre Partner verfügen mit Social Media über einen Kanal, um direkt mit den Fans zu interagieren.“ Diese neuen multiplen Touchpoints würden zum Beispiel von Wettanbietern perfekt bedient: Sie nutzen die Möglichkeit, mit den Fans dauerhaft in Kontakt zu bleiben – vom Ticketkauf über den Stadionbesuch bis zur Rückkehr aufs heimische Sofa.

Als Best-Practice-Beispiel nennt Höcker eine Aktion der Telekom für ihren Partner Hamburger SV: Das Unternehmen rief HSV-Fans dazu auf, ihren abstiegsgefährdeten Verein unter dem Hashtag #AlleMannanBord mit motivierenden Videos zu unterstützen. Die ließen sich nicht lange bitten: 1074 Meinungen, 5,3 Mio. Fan-Kontakte, fast 1 Mio. Interaktionen und fast 1 Mio. Video-Aufrufe machten die Aktion zu einem qualitativen und quantitativen Erfolg.

Für Fußballvereine sei Internationalisierung ein wichtiges Wachstumsfeld, fährt Höcker fort: „Der Schritt in den internationalen Kontext stellt aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht einen wichtigen Schlüsselfaktor dar.“ Es gehe hierbei um drei Zielsetzungen: Durch einen internationalen Auftritt werden mehr Fans gewonnen, was unter anderem auch die Attraktivität für Sponsoren erhöht. Auch für ausländische Unternehmen steigt dadurch die Attraktivität möglicher Partnerschaften. Nicht zuletzt steht auch der sportliche Aspekt im Vordergrund: Der Verein kann seine Reputation erhöhen.

„Internationalisierung basiert auf drei Säulen: eine Strategie entwickeln, Reichweite vor Ort aufbauen  und der Kommerzialisierung vor Ort, verbunden mit dem Akquirieren von neuen Partnern“, erklärt er. Für Reichweite müsse zunächst in den Markt investiert werden. Besonders wichtig sei, Vereinsmedien in den landesspezifischen Sprachen zu gestalten und auf die Kanäle zu reagieren, die vor Ort am gefragtesten sind. „Das Ziel ist es dann, sowohl Konzerne nach Deutschland zu bringen, als auch mit bestehenden Partnern international zu expandieren und Partnerschaften in den jeweiligen Ländern abzuschließen.“

         

Text von Sonja Strahl (www.strahl-texte.de)