###ICHANNEL###

26.02.18 - POCO: (fast) niemand kauft Möbel online

Clubabend mit POCO

Marcel Bewersdorf, POCO

POCO Einrichtungsmärkte GmbH

Möbel online verkaufen? Viele traditionelle Händler tun sich damit noch schwer. Doch das Beispiel POCO zeigt: Onlinemarketing ist in der Möbelbranche längst auf dem Vormarsch. Welche Strategie der Discounter im Bereich E-Commerce verfolgt und warum davon auch die stationären Märkte vor Ort profitieren, erfuhren die Mitglieder des Marketing Clubs Ruhr aus erster Hand von Marcel Bewersdorf, dem Abteilungsleiter des Geschäftsbereichs Onlinemarketing/E-Commerce bei POCO.

Bewersdorf startete seinen Vortag mit Fakten zum Unternehmen: POCO betreibt 121 Einrichtungsmärkte in Deutschland, beschäftigt mehr als 8.000 Mitarbeiter und verzeichnete im Jahr 2016 einen Umsatz von 1,52 Mrd. Euro im deutschen Raum. Seit 2012 gibt es einen POCO-Online-Shop mit knapp 12.000 Artikeln. Dort hat POCO als Pionier – neben den üblichen Shop- und Kauffunktionen – das Prinzip „Reserve & Collect“ perfektioniert: Kunden können ihre Wunschartikel unverbindlich zum Werbepreis für drei Tage in einer Filiale ihrer Wahl reservieren und vor Ort bezahlen und abholen. „Für einen Mitnahmemarkt ist dies eine große Herausforderung“, unterstreicht er.

Zu Beginn habe es deshalb im Unternehmen viele Bedenken gegen die Online-Service-Funktion gegeben, berichtet Bewersdorf. Davon könne heute keine Rede mehr sein, im Gegenteil: Die  Vertriebsleiter hätten sogar großes Interesse an der Online-Service-Funktion. Aus gutem Grund: Bei jeder Online-Bestellung wird der Umsatz nämlich dem jeweiligen POCO-Markt vor Ort zugerechnet – und dieser Umsatz sei erheblich, so Bewersdorf. Der Markt wiederum ist für eine etwaige Auslieferung der Möbel zuständig.

Der Online-Shop von POCO ist also ein Vermittler und kein Konkurrent für die Märkte vor Ort. „Mit dieser Strategie haben wir echte Akzeptanz geschaffen“, unterstreicht Bewersdorf. „So werden wir dem Omni-Channel-Prinzip vollständig gerecht, denn wir nehmen die Märkte mit und schaffen ein einheitliches, vernetztes Kauferlebnis für den Kunden.“

Für ihn steht fest: Der Umsatz im Online-Einzelhandel wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. Doch längst seien nicht alle Branchen darauf eingestellt. Schon heute liege der Online-Umsatz im Non-Food-Bereich bei 19 Prozent, Tendenz steigend. „Trotzdem finden ca. 70 Prozent des deutschen Handels bis heute nicht online statt“, sagt er kopfschüttelnd.

Der sogenannte „ROPO-Effekt“ (online informieren, offline kaufen) werde in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen, ist er überzeugt: „Wer digital nicht wahrgenommen wird, wird offline nicht stattfinden.“ Doch der Handel, speziell der Möbelhandel, denke noch zu oft in ausgetretenen Pfaden. Sein Rat: Mit der Brechstange könne man ein Unternehmen, dessen Schwerpunkt im stationären Handel liegt, nicht auf einen Online-Kurs bringen. Verständnis und die Akzeptanz zur Veränderung stellen einen Schlüssel zum Erfolg. „Eine Omni-Channel-Strategie ist der Schlüssel, der sowohl Mitarbeiter als auch Kunden überzeugt.“

 

Unterstützt durch: move:elevator

 

Text erstellt durch Textbüro Strahl www.strahl-texte.de